Gleitwirbel

Therapie

Physiotherapie

Zuerst sollte bei der Diagnose Spondylolyse bzw. Spondylolisthesis die Person physiotherapeutisch behandelt werden (Leitlinie AWMF, 2017).
Zur schnellen Schmerzlinderung können entlastende Positionen und Lagerungen erarbeitet werden und ein Beckengurt zur Stabilisation eingesetzt werden. Zusätzlich sollte eine rückwärtskippung (posterior tilt, siehe Bild) im Stehen erarbeitet werden. Denn dadurch verringert sich die abgleitende Kraft auf den Wirbelkörper.

“Da bei einem Gleitwirbel ein Segment instabil ist, ist es ein wichtiger Bestandteil der Therapie, mit aktiven Übungen lokale Stabilisatoren (Link) zu trainieren.”

Klingt zuerst paradox, jedoch sollte auch an der Mobilität gearbeitet werden. Und zwar an der Mobilität der umliegenden Gelenke (Hüfte, restliche Wirbelsäule). Denn die Überbeweglichkeit des einen Wirbelsäulen-Segments kann durch die Unbeweglichkeit der angrenzenden Gelenke verursacht werden.

Je nach Patient und Patientin werden auch Therapiemethoden aus den Bereichen: „Rückenschule, hubfreie Mobilisation, Weichteiltechniken und Elektrotherapie“, verwendet.

Operative Therapie

Indikation

  • Keine Verbesserung der Symptome bei ausreichender physiotherapeutischer und konservativer Behandlung
  • Akute motorische Schwächen
    (Leitlinie AWMF, 2017)

Operationsverfahren

Die Spondylodese ist die Standard-Operation zur Behandlung von Gleitwirbeln (Leitlinie AWMF, 2017). Bei dieser Operation wird der überbewegliche (hypermobile) Wirbelkörper verschraubt und mit den benachbarten Wirbelkörpern versteift. Dazu gibt es verschiedene Zugänge zum betroffenen Gebiet, die je nach PatientIn und OperateurIn verwendet werden.

Bei geringgradigem Stadium kann auch eine reine Dekompression der betroffenen Nerven durchgeführt werden (Laminektomie). Die Verbesserungen in der Lebensqualität und die Rezidivrate an Operationen sind bei zusätzlicher Spondylodese allerdings besser (Ghogawala et al., 2016)

Gleitwirbel Krankeheitsbild

Quellen

Literaturquellen:
Ghogawala, Z., Dziura, J., Butler, W. E., Dai, F., Terrin, N., Magge, S. N., Coumans, J. V., Harrington, J. F., Amin-Hanjani, S., Schwartz, J. S., Sonntag, V. K., Barker, F. G., 2nd, & Benzel, E. C. (2016). Laminectomy plus Fusion versus Laminectomy Alone for Lumbar Spondylolisthesis. The New England journal of medicine, 374(15), 1424–1434. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1508788

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)-
Ständige Kommission Leitlinien. Spezifischer Kreuzschmerz. Stand 2017.
Verfügbar: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/033-051.html (Zugriff am 23.12.21)

Bildquellen: (absteigend geordnet)
PT ogawa/Shutterstock.com
VectorMine/Shutterstock.com
Yok_onepiece/Shutterstock.com

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