Frau sucht gute Schlafposition bei Wirbeläsulenbeschwerden
Bildquelle: fizkes/Shutterstock.com

Schlafposition bei Wirbelsäulenbeschwerden

Es fühlt sich völlig natürlich an und man merkt die Unterschiede erst, wenn man mit anderen Personen darüber spricht oder wegen Schmerzen manche Positionen sehr unangenehm sind. Gemeint ist die Schlafposition. Über Jahre hinweg werden die eigenen Lieblings-Schlafpositionen Nacht für Nacht “eintrainiert”. Wenn dann Wirbelsäulenbeschwerden auftreten und beim Schlafen in der Lieblingsposition die Symptome verstärkt werden, ist das für die Betroffenen ein großer Einschnitt in die Lebensqualität. Der große Einfluss von einem gesunden Schlaf auf die Lebensqualität wird allgemein anerkannt. Dennoch gehen die Empfehlungen (von Matratzenherstellern, ÄrztInnen, PhysiotherapeutInnen)  bei dem Thema “Schlafpositionen bei Wirbelsäulenbeschwerden” gefühlt weit auseinander.

Die Schlafposition wird hauptsächlich in die drei Positionen Seitenlage, Rückenlage und Bauchlage unterteilt.
In Europa und Amerika schlafen am meisten Menschen in der Seitenlage (60 – 75 %), gefolgt von der Rückenlage (25 – 30 %) und der Bauchlage (ca. 5 – 10 %). In Asien schlafen die Leute interessanterweise deutlich mehr auf dem Rücken. (Haex, 2005; Jacobson et al., 2010)

Seitenlage

Intuitiv wird die Seitenlage in Europa am liebsten verwendet. Und sie bietet auch einige Vorteile. Die Wirbelsäule befindet sich in einer sehr neutralen Lage, bei einem ausreichenden Polster und einer guten Matratze. Zusätzlich kann der Bereich der Lendenwirbelsäule durch ein leichtes Anziehen der Beine entspannt werden. Um das Becken zu stabilisieren und die Knie zu schonen, geben Sie am besten ein Kissen zwischen die Beine. Die Empfehlung ist, diese Schlafposition bei Hals und Lendenwirbelsäulenbeschwerden zu verwenden (Desouzart et al., 2015, Gordon et al., 2007).
Erwähnt sei, dass manche Angehörige der Gesundheitsberufe die Rückenlage der Seitenlage vorziehen. Der Grund dafür ist, dass die Seitenlage dem Sitzen ähnelt und die meisten Menschen eh schon zu viel im Alltag sitzen.

Rückenlage

Gleich wie die Seitenlage ist die Empfehlung, die Rückenlage bei Problemen im Lendenwirbelsäulenbereich zu verwenden (Desouzart et al, 2015). Damit Sie Schmerzen in dieser Schlafposition reduzieren, legen Sie einen größeren Polster unter die Kniekehlen. Das hat den Effekt der Belastungsreduzierung und Entspannung in der Lendenwirbelsäule. Als RückenschläferIn sollten Sie den Kopfpolster flacher wählen, als ein/eine SeitenschläferIn (Chun-Yiu et al., 2021).

Bauchlage

Schlechte Neuigkeiten für BauchschläferInnen: Die Bauchlage wird leider NICHT empfohlen (Haex, 2005; Cary et al., 2019). Vor allem, wenn Sie Beschwerden in der Halswirbelsäule oder Ausstrahlungen in die Arme haben. Dann gilt: Finger weg von dieser Schlafposition. Durch die Bauchlage und einen oftmals viel zu hohen Polster befindet sich die Halswirbelsäule in einer ungünstigen und endgradigen Haltung. Daher sollten Sie einen sehr flachen Polster als BauchschläferIn wählen oder diesen ganz weglassen.
Liegen Ihre Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule, können Sie einen Polster unter den Bereich Bauch-Becken legen, um die Symptome zu lindern. Falls Sie auf keinen Fall auf diese Schlafposition verzichten möchten.

Beim Thema Schlaf stecken viele Angewohnheiten dahinter. Trotzdem sollten Sie nicht scheuen, einmal andere Schlafpositionen auszuprobieren, auch wenn, diese am Anfang sehr ungewohnt sind.
An sich ist es auch natürlich und gesund, die Schlafposition in der Nacht mehrmals zu wechseln. Hoffentlich sind gerade für Personen, die schmerzbedingt nicht einschlafen können, einige nützliche Tipps enthalten. Es gibt im Bereich der Wirbelsäule mannigfaltige Ursachen für Beschwerden. Aus diesem Grund ist im Einzelfall immer dem Rat der/des betreuenden GesundheitsexpertIn zu folgen.

 

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