Chronische Rückenschmerzen

Ein Großteil der Menschen leidet einmal in seinem Leben an Rückenschmerzen. Bei den meisten legen sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage bzw. Wochen. Bei manchen bleiben die Schmerzen jedoch über eine lange Zeit bestehen.
Als chronischer Schmerz wird häufig ein Schmerz bezeichnet, der länger als 3 Monate anhält. Im Unterschied zum akuten Schmerz hat der chronische Schmerz seine Warnfunktion verloren (D. Jungck, 2015). Zum Beispiel, wenn man als Kind auf die heiße Herdplatte greift, schützt der Schmerz, indem das Kind die Hand sofort wieder zurückzieht. Im Gegenzug dazu liegen bei chronischen Schmerzen oft keine erklärbaren Ursachen wie Knochenbrüche, Nervenverletzungen oder ähnliches vor. In diesen Fällen kann die Schmerzverarbeitung gestört sein. Die eigentliche Schmerzwahrnehmung entsteht im Gehirn. Und dort konnten bei chronischen Schmerzpatienten auch Veränderungen festgestellt werden (Kregel et al., 2015).

Auch die Bewegungskontrolle und psychische Einflüsse spielen eine große Rolle bei der Entwicklung von chronischen Rückenschmerzen. Psychische Einflüsse können z. B. Stress, Depressionen oder das soziale Umfeld sein (Luomajoki et al., 2012Nationale Versorgungsleitlinie Deutschland).

Therapie

Aufklärung und Schulung: Ein sehr wichtiger Teil der Therapie chronischer Rückenschmerzen besteht in der Aufklärung und Schulung von PatientInnen. Der Unterschied zwischen gefühlten Schmerzen und Schädigungen von Teilen des Körpers sollte erklärt werden. Der Fokus wird mit dem Patienten/der Patientin auf Aktivitäten und nicht auf die Schmerzen gelegt.

Bewegungstherapie: Durch eine ständige Schonung und Vermeidung von Bewegungen baut der Körper zusätzlich Muskeln ab. Des Weiteren werden auch die Sehnen, Bänder und Gelenke weniger belastbar. Dadurch kommt man in einen gefährlichen Kreislauf von Schmerzen – Schonung – geringere Belastbarkeit und erneuten Schmerzen. Auch die Bewegungskontrolle sollte für eine bessere Belastungsverteilung bei Bewegungen trainiert werden.

Massage und Wärmetherapie: Massage und Wärmetherapie (und ähnliches) sind nur zusätzlich als Ergänzung bei chronischen Rückenschmerzen zu empfehlen und sollten eine untergeordnete Rolle spielen.
(Therapiemaßnahmen: Nationale Versorgungsleitlinie Deutschland)

 

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