Rückenschmerzen: Stabilisation vs Mobilisation

Eine große Anzahl von Menschen leiden in ihrem Leben an Episoden von Rückenschmerzen (Woolf & Pfleger 2003). Als Ursache kommen verschiedene Vorgänge im Körper infrage, wobei in den meisten Fällen (ca. 85 %) die Schmerzen auf keine bestimmte Struktur zurückzuführen sind (Schmidt & Kohlmann 2005). In diesem Fall spricht man von unspezifischen Rückenschmerzen. Für länger anhaltende unspezifische Rückenschmerzen werden zuerst physiotherapeutische Behandlungen versucht. Denn bei der operativen und medikamentösen Behandlung sind immer gewisse Risiken und Nebenwirkungen vorhanden.

Ein wichtiger Bestandteil physiotherapeutischer Behandlungen sind aktive Übungen, die der Patient selbst ausführt. Dabei kann man grob zwischen Wirbelsäulenübungen für die Stabilisation bzw. die Mobilisation unterscheiden. Doch von welchen Übungen profitieren Personen mit länger anhaltenden Rückenschmerzen mehr? In einer aktuellen Studie wurde genau dies untersucht (Alfurth & Cornley 2016). Ein Teil der Teilnehmer machte stabilisierende Übungen für den Rücken und der andere Teil mobilisierende Übungen. Das Gute gleich vorneweg: Beide Gruppen profitierten stark von den Übungen. Die Wissenschaftler konnten keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen feststellen.

Demnach bietet sich in der Behandlung eine Mischung zwischen Stabilisation und Mobilisation an. Eine Übung, mit der man beides machen kann, ist das Briding (deutsch: Beckenheben).

Briding:
  • Ausgangsstellung: Legen Sie sich mit dem Rücken auf eine Matte auf dem Boden. Beugen Sie ihre Beine an, sodass Ihre Knie ca. einen 90° Winkel ergeben. Die Hände sind seitlich neben dem Körper auf dem Boden.
Stabilisation:
  • Führen Sie Ihr Becken nach oben in die Luft.
  • Ihr Oberkörper sollte mit den Beinen am höchsten Punkt eine Gerade bilden.
  • Achten Sie darauf nicht in ein Hohlkreuz zu fallen, ziehen Sie dazu ihren Bauchnabel Richtung Brust während der Übung
Mobilisation:
  • Ziehen Sie Ihren Bauchnabel Richtung Brust.
  • Versuchen Sie diese Bewegung weiter laufen zu lassen.
  • Ihre Wirbelsäule sollte sich wie eine Perlenkette Stück für Stück von der Unterlage lösen.
  • Den höchsten Punkt haben Sie erreicht, wenn nur noch der Schultergürtel auf der Unterlage aufliegt.
  • Lassen Sie erneut jeden Wirbelkörper einzeln wieder zurück auf die Unterlage gleiten.

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