Moderne Wirbelsäulenchirurgie – Mikroskopische, minimal-invasive und endoskopische Operationen

Ein Endoskop (griechisch: end(o) = innen, darinnen; scopein = betrachten, untersuchen) ist ein Gerät, mit dem das Innere des Menschen durch Bildgebung untersucht werden kann. Dafür sind nur Hautschnitte von weniger als einem Zentimeter Länge notwendig. Man bezeichnet die endoskopische Chirurgie deshalb auch als “Schlüssellochtechnik”. Moderne Endoskope bieten die Möglichkeit, durch sie hindurch Operationen durchzuführen. Minimal-invasive Chirurgie bezeichnet als Oberbegriff operative Eingriffe mit kleinstem Trauma (mit kleinster Verletzung von Haut und Weichteilen). Im Allgemeinen werden darunter Hautschnitte von weniger als 5 cm Länge verstanden.

Minimal-invasive Operationsverfahren gehören heute zum Standard der Wirbelsäulenchirurgie. Die Vorteile von minimal-invasiven Operationstechniken, sei es durch Verwendung des Operationsmikroskopes oder des Endoskopes, sind für  Patienten schon am Operationstag fühlbar. Die kleinen Schnitte schmerzen deutlich weniger, die Narben sind kleiner und die Patienten können schneller aus dem Bett mobilisiert werden, oft sogar noch am selben Tag. Der Krankenhausaufenthalt verkürzt sich somit ebenfalls. Die Durchführung minimal-invasiver Operationen, vor allem aber endoskopischer Operationen, erfordert einen erhöhten technischen Aufwand, besondere Implantate und spezielle Fertigkeiten vom Operateur. Für die Patienten bedeutet dies aber keinen Nachteil.

Aufgrund verbesserter Techniken und Implantate können immer mehr Eingriffe minimal-invasiv durchgeführt werden. Dazu gehören Operationen an der Bandscheibe, dem Spinalkanal, aber auch Stabilisationen von Brüchen und Instabilitäten. Bei höhergradigen verschleißbedingten Erkrankungen an der Wirbelsäule ist die Versteifungsoperation nach wie vor der Goldstandard in der Therapie. Für die traditionelle Schraubenposition jedoch ist häufig ein relativ großer Hautschnitt nötig. Eine neue Technik der Schraubenverankerung (cortical bone trajectory -CBT ) ermöglicht eine Stabilisierung über einen minimalinvasiven Zugang mit einem Hautschnitt von ca. 5cm.

Für die Endoskopie eignen sich besonders die Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Der behandelnde Wirbelsäulenchirurg beurteilt anhand der vorliegenden klinischen und radiologischen Befunde die jeweilige Erkrankung und wird die verschiedenen Therapiemöglichkeiten erläutern. Abhängig von dem individuellen Problem kommt dann eines oder mehrere der genannten Verfahren in Frage. Die Entscheidung über das jeweils passende Operationsverfahren wird schlussendlich im Gespräch mit dem Patienten getroffen.

 

 

Möglichkeiten und Grenzen der minimalinvasiven Operationstechnik:

Gut behandelbar:

 

Bandscheibenvorfälle an der Lendenwirbelsäule

Einfache verschleißbedingte Erkrankungen

Spinalkanalstenosen

Frakturen

Erkrankungen des Iliosacralgelenkes

 

Eingeschränkt bzw. nicht behandelbar:

Skoliosen

Schwere Deformitäten

Komplexe Erkrankungen der Wirbelsäule

1 Kommentar zu „Moderne Wirbelsäulenchirurgie – Mikroskopische, minimal-invasive und endoskopische Operationen“

  1. Joachim Hussing

    Vielen Dank, dass Sie diesen Artikel über Wirbelsäulenchirurgie mit uns teilen. Ich habe mich kürzlich bei einem Autounfall an der Wirbelsäule verletzt. Ich werde mit einem Arzt über die Möglichkeit einer Wirbelsäulenoperation sprechen.

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